Glossar

Hier erklären wir Dir Begriffe und deren Bedeutung rund um das Thema Bioökonomie.


Agrobiodiversität: Bezeichnet diejenige biologische Vielfalt, die für Ernährung, Landwirtschaft und für ein intaktes Agrarökosystem notwendig ist.

Anorganische Rohstoffe: Rohstoffe aus der unbelebten Natur, beispielsweise Eisen, Kalk oder Salze.

Aquaponik: Kombination von Fisch- und Pflanzenzucht in einem System. Fischausscheidungen dienen als Pflanzendünger; Pflanzen reinigen und filtern das Wasser.

Autonome Agrarroboter: Landmaschinen, die eigenständig, ohne direkte Steuerung durch den Menschen, Aufgaben ausführen.

Biodiversität: Auch: Biologische Vielfalt. Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, im Süßwasser, in den Ozeanen sowie in der Luft. Die biologische Vielfalt ist bedroht: viele Arten sterben aus (z.B. Insektensterben).

Biogen: Aus lebender oder toter organischer Substanz entstanden.

Biologische Vielfalt: Auch: Biodiversität. Vielfalt aller lebenden Organismen, Lebensräume und Ökosysteme auf dem Land, im Süßwasser, in den Ozeanen sowie in der Luft. Die biologische Vielfalt ist bedroht: viele Arten sterben aus (z.B. Insektensterben).

Biomasse: Stoffliche Masse von Lebewesen oder deren Teilen. Biomasse setzt sich hauptsächlich aus lebenden oder toten Lebewesen zusammen - zum größten Teil aus Pflanzen.

Bioökonomie: Nachhaltiges Wirtschaftssystem, in dem Produkte, Verfahren und Dienstleistungen durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe statt Erdöl, sowie durch biologische Prozesse (Biotechnologie) bereitgestellt werden.

Bioplastik: Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind und/oder aus nachwachsenden Rohstoffen statt aus Erdöl hergestellt werden.

Bioraffinerie: In Analogie zur Erdölraffinerie eine Industrieanlage, in der nachwachsende Rohstoffe zu verschiedenen Produkten, z.B. Plattformchemikalien, Biotreibstoffe oder Werkstoffen verarbeitet werden.

Bioreaktor: Behälter, in dem bestimmte Mikroorganismen, Zellen oder kleine Pflanzen kultiviert werden. Die Lebensbedingungen für diese Lebewesen können im Bioreaktor optimal eingestellt werden.

Biotechnologie: Eigenschaften von Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren werden genutzt, um Produkte (wie z.B. Medikamente, Impfstoffe, Bioplastik, Alkohol) herzustellen, sowie in Diagnose- und Analyseverfahren.

Blühstreifen: Lebensräume für Insekten und andere Tiere, meist an den Rändern von Ackerflächen, die durch Aussaat geeigneter Pflanzenarten extra angelegt werden. Mit Blühstreifen soll die Biodiversität gesteigert werden.

Digital vernetzte Produktion: In der Industrieproduktion werden Menschen, Maschinen, Anlagen und Lieferprozesse durch Informations- und Kommunikationstechnik miteinander vernetzt, damit die Produktion weitgehend selbstorganisiert und effizient ablaufen kann.

E-Mobilität: Elektromobilität (E-Mobilität) ist eine Form der Mobilität, bei der Fahrzeuge genutzt werden, die mit elektrischer Energie angetrieben werden. Die Fahrzeuge können Autos, Busse, Nutzfahrzeuge, Züge, Fahr- und Motorräder, Schiffe und kleinere Flugzeuge sein. Die Versorgung mit elektrischer Energie erfolgt mit Batterien, Brennstoffzellen, Oberleitungen oder durch Hybridantriebe.

Precision Farming/Smart Farming: Nutzung intelligenter, digitaler Technologien für eine effizientere Landwirtschaft. Durch die Einbeziehung unterschiedlicher Informationen (Nährstoffgehalt im Boden, Erntemenge aus den Vorjahren, etc.) und der Ortung der Position der Bearbeitungsmaschinen soll eine teilflächenspezifische, ressourceneffizientere und umweltschonendere Bewirtschaftung ermöglicht werden.

Gendatenbank: Eine Datenbank, in der die genetischen Informationen von einer Vielzahl unterschiedlicher Arten und Lebewesen gespeichert sind.

GMO: Gentechnisch veränderte Organismen oder genetisch modifizierte Organismen (GMO) sind Organismen, deren Erbgut durch gentechnische Methoden verändert wurde. Diese Veränderung kommt unter natürlichen Bedingungen nicht vor.

Green Economy: Eine Wirtschaftsweise, welche „das menschliche Wohlergehen steigert und soziale Gleichheit sicherstellt, während gleichzeitig Umweltrisiken verringert und die Knappheit ökologischer Ressourcen berücksichtigt werden.“ (UNEP 2011)

Integrierte Agrarflächennutzung: Schutz und Nutzung der Landschaft sollen im integrierten Anbau zusammenwirken und gleichzeitig erreicht werden. Alternative Anbaukonzepte ermöglichen, dass beide Ziele zeitgleich verfolgt werden können.

Intensivlandwirtschaft: Es werden Hochleistungspflanzensorten, Dünger und Pflanzenschutzmittel eingesetzt, um den größtmöglichen Ertrag auf der verfügbaren Fläche zu erzielen.

In-vitro-Fleisch: Mittels Gewebezüchtung im Bioreaktor synthetisch hergestelltes Fleisch; als Alternative zur Mästung lebender Tiere.

Klimaneutralität: Als klimaneutral werden Prozesse oder Produkte bezeichnet, durch die die Menge an klimaschädlichen Gasen in der Atmosphäre nicht erhöht wird.

Kohlendioxid: Eines der Klimagase, die zum menschengemachten Treibhauseffekt und damit zum Klimawandel beitragen.

Kreislaufwirtschaft: In einer Kreislaufwirtschaft werden Rohstoffe und Produkte sehr sparsam verwendet, weil sie so oft wie möglich wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt werden. Nur was gar nicht verwertbar ist, verlässt als Abfall diesen Wirtschaftskreislauf.

Nachwachsende Rohstoffe: Nachwachsende Rohstoffe sind Rohstoffe aus Land- und Forstwirtschaft, wie z.B. Holz, Stroh, Mais, Pflanzenöl. Sie werden für Energieträger (z.B. Biogas, Biodiesel) oder in der Industrie für die Herstellung von Waren verwendet.

Nebenströme: Bei der Herstellung eines Produkts anfallende Stoffe, die aber nicht für die Herstellung dieses Produkts verwendet werden können.

Obsoleszenz: Natürliche oder künstlich herbeigeführte Alterung eines Produktes, welches sich dadurch schneller abnutzt und somit unbrauchbar wird.

Ocean-based Cultivation bzw. Marikultur: Geplante und kontrollierte Aufzucht von Meereslebewesen (z.B. Fische, Muscheln, Algen) in einem abgeschlossenen Bereich des Meeres, um sie für Ernährung oder die Herstellung anderer Produkte zu nutzen.

Ökolandwirtschaft: An natürlichen Stoffkreisläufen orientierte landwirtschaftliche Produktionsmethoden. Weitgehender Verzicht auf synthetisch hergestellte Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und gentechnisch veränderte Pflanzen.

Ökologischer Fußabdruck: Dieser Nachhaltigkeitsindikator drückt aus, wie viel Erdoberfläche ein Mensch durch seinen individuellen Lebensstil dauerhaft benötigt. Der Lebensstil der Menschheit ist nur dann nachhaltig, wenn der ökologische Fußabdruck = 1 ist, da ja nur die eine Erde zur Verfügung steht. Weltweit liegt der Durchschnittswert jedoch bei 1,6, für Deutschland sogar bei 3,1 (Stand 2016). Das bedeutet, dass mehr als drei Erden notwendig wären, wenn die gesamte Weltbevölkerung mit dem Ressourcenverbrauch von Deutschland leben würde.

ÖPNV: Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) umfasst den Transport von Personen in der Stadt, in Vororten und in der Region im Linienverkehr durch Eisen- und Straßenbahnen, Busse und Schiffe. Er ist vom Fernverkehr, Güterverkehr und Individualverkehr abzugrenzen.

Permakultur: Dauerhafte, in naturnahen Kreisläufen funktionierende Landwirtschaft. Verfolgt das Ziel der nachhaltigen Sicherung der Lebensgrundlage von Menschen: ökologisch, ökonomisch und sozial.

Pflanzenschutz: Durch Pflanzenschutz werden Nutzpflanzen vor Schadorganismen geschützt und im Wachstum gefördert. Das Wachstum von unerwünschten Ackerbegleitkräutern wird verhindert.

Pflanzenschutzmittel: Wirkstoffe, die in der Landwirtschaft eingesetzt werden, um Nutzpflanzen vor Schadorganismen zu schützen, das Wachstum von unerwünschten Ackerbegleitkräutern zu verhindern und das Wachstum der Nutzpflanzen zu fördern.

Planetare Grenzen: Konzept der Erdsystemforschung, welches Aussagen über die Erdgesundheit und Lebensgrundlage der Menschheit trifft. Der Ansatz identifiziert neun besonders wichtige Prozesse für die Stabilität des Planeten. Werden die jeweiligen Grenzen dieser Prozesse überschritten, z.B. durch Ozeanversauerung oder Artensterben, werden existenzbedrohende Veränderungen der ökologischen Rahmenbedingungen für zukünftige Generationen befürchtet.

Plattformchemikalien: In sehr großen Mengen industriell hergestellte Chemikalien auf Basis nachwachsender Rohstoffe, die als Ausgangsmaterial für viele weitere Chemikalien und Industrieprodukte verwendet werden.

Post-Wachstumswirtschaft: Wirtschaftsform, in der die Grundbedürfnisse der Menschen gedeckt werden, die jedoch nicht auf Wirtschaftswachstum ausgerichtet ist. Im Vergleich zur derzeitigen Wirtschaftsweise wären Konsum, Ressourcennutzung und monetäre Wertschöpfung verringert. Dabei werden nachhaltige Versorgungspraktiken realisiert.

Präzisionslandwirtschaft: Es werden "intelligente" Landmaschinen in der Feldarbeit eingesetzt, die sensor- und satellitengesteuert Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel nur an den Stellen im Feld und in den Mengen ausbringen, die für optimalen Ertrag notwendig sind.

Recyclen, Recyclingverfahren: Verwertungsverfahren, in denen Abfälle aufbereitet und zu neuen Rohstoffen oder Produkten verarbeitet werden.

Regenerative Energien: Synonym für Erneuerbare Energien. Energieträger, die im Rahmen des menschlichen Zeithorizonts quasi unendlich zur Verfügung stehen, beispielsweise Sonnen-, Wasser- oder Windenergie.

Smart Farming: Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in der Landwirtschaft, z.B. durch Steuerung von Arbeitsabläufen über das Smartphone, automatisierte und videoüberwachte Tierhaltung, Einsatz autonomer Agrarroboter.

Stoffliche / energetische Nutzung: Nutzung organischer Substanzen mit biologischem Ursprung (Biomasse) als Rohstoffe für die Güterproduktion oder für die Energiegewinnung.

Suffizienz: Der Begriff bezeichnet den bewussten Verzicht und eine damit einhergehende Verhaltensänderung mit dem Ziel, die Grundbedürfnisse zu decken, dabei aber viel weniger Ressourcen und Güter zu verbrauchen.

Tiny House: Sehr kleines Wohnhaus mit einer Wohnfläche von ca. 15 bis 45 Quadratmetern.

Vertical Farming: Vertikale Landwirtschaft bezeichnet eine Landwirtschaft im städtischen Bereich, bei der die Produktion tierischer sowie pflanzlicher Erzeugnisse in eigens dafür konstruierten Hochhauskomplexen erfolgt.

Wertschöpfung: Die Gesamtheit der in einzelnen Wirtschaftsbereichen hergestellten Güter und Leistungen abzüglich der erbrachten Vorleistungen. 


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